REISEZIELE, Europa

Besuch bei der alten Dame

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erster Eindruck Lissabon

8 Februar, 2017

 

Lissabon, du schöne ,alte Dame, du hast mich gepackt!

"Lischboa", wie die Portugiesen die Hauptstadt Portugals nennen, ist wahrlich nicht im herkömmlichen Sinn eine Schönheit. Sie erinnert mich an eine in die Jahre gekommene Dame, an jeder Ecke eine kleine Blessur, gezeichnet vom Leben in der Bucht vom Tejo und den gewaltigen Erdbeben der Vergangenheit. Die Häuser wirken marod, weiss und grau schlängeln sie sich an den zahlreichen Hügeln empor.

Doch lässt man sich von diesem ersten Blick täuschen, verpasst man den Zauber dieser ehemaligen Seefahrerstadt...

 

Wohlfühloase Casa Amora

 

Nach einem Flug über die grünen Küsten Portugals wurden wir in unserem GuestHouse Casa Amora aufs Herzlichste empfangen. Juan, der Besitzer, ist herrlich sympathisch und lässt einen vom ersten Augenblick an wie zu Hause fühlen. Mit einem Glas Portwein wurden wir Willkommen geheissen und hatten die Ehre unser Zimmer als erste Gäste nach der Renovierung zu geniessen.

 

 

Da es sich beim Casa Amora nicht um ein Hotel im klassischen Sinne handelt, fällt es einem wirklich nicht schwer, sich hier heimelig zu fühlen. Und das in einem Mix aus modern-klassischem Ambiente und einem Personal wie man es sich nur wünschen kann.

Es stehen einem jederzeit Früchte und Getränke (inklusive Portwein) zur Verfügung und das Wohnzimmer, der Wintergarten oder die Terrasse (je nach Jahreszeit) sind ideal um abends nach einer langen City-Tour die Füsse hochzulegen und in Ruhe ein Glas Wein zu geniessen.

 

Kulinarischer Hochgenuss

 

Leider hatten wir nur 48 Stunden Zeit um die alte Lady kennenzulernen, was natürlich definitiv zu wenig ist. Aber wir haben das Beste daraus gemacht. 

Mit dem berühmten "Tram 28" (dem Star aus den 30-er Jahren)  sind wir zum Castelo de São Jorge gefahren und haben von dort einen schönem Panoramablick über die Stadt genossen. Sogar die Sonne hat sich extra für die Foto's gezeigt.

 

 

Dann sind wir durch die vielen, kleinen Gassen hoch und runter geirrt und wieder hoch und wieder runter und wieder hoch...Dank den freundlichen und sehr hilfsbereiten Lissabonnern haben wir schliesslich den Largo de São Domingos gefunden, wo wir uns mit Miguel verabredet hatten, unserem Foodtour-Führer von Taste of Lisboa.

Er hat uns dann während 4 Stunden die kulinarischen Highlights dieser Stadt offenbart und uns durch 7 verschiedene Tasting-Stops geführt. In diesen kleinen Bars, Restaurants und Verkaufsgeschäften tranken wir exzellenten portugiesischen Wein, assen die bekannten "Pasteis de Bacalhau" (frittierte Häppchen aus Stockfisch), die feinen Sardinen die man hier überall in den farbigen Konserven erhält, verschiedene leckere Käsesorten (Ivan freut's), Pata Negra (getrocknetes, schwarzes Schwein), die fantastischen "Pasteis de Nata" (Puddingtörtchen) und und und...Miguel ist ein sehr sympathischer junger Mann, der uns nebenbei noch viele spannende Geschichten über seine Stadt verraten hat.

Von ihm haben wir auch mehr über den berühmten "Fado" erfahren, um den man in Lissabon definitiv nicht herum kommt. Es handelt sich hierbei um den zutiefst melancholisch portugiesischen Musikstil, bei dem von unglücklicher Liebe, vergangenen Zeiten und Sehnsucht auf ein besseres Leben gesungen wird.

 

Wer Lissabon also von seiner ganz persönlichen Seite kennenlernen will, dem kann ich die Foodtour von Taste of Lisboa absolut empfehlen! Kommen wir wieder - und das hoffentlich bald - werden wir sicher nochmals eine Tour buchen!

 

 

Den zweiten und letzten Tag in Lissabon haben wir beim Essen im Time Out Market, im Stadtteil Belém mit seinem imposanten Kloster Jerónimos, im Oceanario mit Fischen aus allen Weltmeeren und in der Altstadt bei Sonnenschein verbracht. Ein grossartiger und unvergesslicher Tag.

 

 

Wir haben Lissabon als eine sehr lebendige Stadt erlebt, welche ihre Schönheit erst auf den zweiten Blick offenbart. Die Lissabonner sind sehr multikulturell, entsprechend offen und tolerant. Es gibt eine grosse Homo-Szene (was ich sehr sympathisch finde) und viele kleine, hippe Bars und Lokale. Wir mussten oft nach dem Weg fragen, da die vielen kleinen Gassen mit ihrem Auf und Ab anfangs verwirren können. Ausnahmslos alle haben sofort sehr freundlich den Weg erklärt - auf spanisch, italienisch, englisch, portugiesisch oder einfach mit Händen und Füssen.

Die Metro ist sehr gepflegt und mit Kunstobjekten verziert - auch in der Stadt findet man an jeder zweiten Hausecke ein Kunstobjekt oder eine Wandmalerei. Die vielen, kleinen "Quiosques" die man überall in der Stadt findet, eignen sich super für einen Café oder Chá (Tee) zwischendurch oder auch mal ein Glas Wein.

 

Wir haben bei diesem ersten, kurzen Besuch definitiv Lust auf mehr bekommen.

 

Und Dank dem Casa Amora wissen wir auch, wo wir uns das nächste Mal in der Ferne zu Hause fühlen werden.

 

Obrigada Lisboa!


Erfahre hier mehr über Lissabon und lasse dich inspirieren...

Warst du auch schon mal in Lissabon und liebst es genauso wie ich?

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kommentare

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Kommentare: 2
  • #1

    Andreas H. (Donnerstag, 04 Mai 2017 11:30)

    Dem ersten Absatz und dem Fazit kann ich nur zustimmen. Ich bin seit meinem ersten Besuch 2005 in diese Stadt verliebt und seitdem immer wieder dorthin zurückgekehrt. Sechs Besuche sind es inzwischen, der letzte war im Februar diesen Jahres, der nächste findet im September statt. Ich kann nur empfehlen außerhalb der Hochsaison dort hinzufliegen, also von Oktober bis Ende März, weil man denn eher den Charme der Stadt erfährt, als wenn alles voller Touristen ist. Vor allem die Kreuzfahrer empfinde ich inzwischen als lästiges, aber wohl unvermeidbares Übel.

  • #2

    lieblingszeit. (Donnerstag, 04 Mai 2017 17:17)

    Hallo Andreas

    Wow, dann kennst du Lissabon mittlerweile sicher richtig gut. Bei uns wird es dieses Jahr nichts mehr mit einem Wiedersehen - ich hoffe aber auf nächstes Jahr! :-)
    Mit der Hochsaison stimme ich dir ganz zu, das gilt wohl für alle gängigen Reiseziele...

    Liebe Grüsse
    Nicole