REISEZIELE, Europa

Die Stadt, die niemals schläft - Bienvenido a Madrid

3 Juni, 2017

 

Die Stadt die niemals schläft - na, auch an New York gedacht? Denkste! Ich kann da jetzt mitreden, seit wir in Madrid City vier Nächte um die Ohren geschlagen haben. Das Partyvolk lebt in Madrid nämlich die ganz Nacht. Und damit meine ich wörtlich die ganze Nacht. Hier trifft man morgens um 3 Uhr so viele Leute auf der Strasse wie nachmittags um 3. Es geht ja eigentlich auch erst ab 1 Uhr nachts richtig los und endet dann irgendwann so um 6 Uhr. Dann nämlich, wenn der Putzwagen mit lautem Gezische, unter den Rufen der Müllmänner, mit Wasserschläuchen die Überreste der Nacht die Strassen runterspült.

 

Hat man, wie wir, ein Hotel mitten an der Gran Via (Hauptstrasse Madrids) gebucht, so wird schlafen mit offenem Fenster schwierig, man fühlt sich, als wäre man irgendwann an einem Samstagnachmittag, mitten unter den Besucherströmen, auf der Strasse eingenickt.

Gleich nach unserer ersten Nacht wussten wir: die Madrileños habens, Ausgangtechnisch, drauf!

 

Plazas, Tapas y más

Orientierungstechnisch finde ich Madrid gar nicht so schwer. Die Gran Via schlängelt sich von West nach Ost durch die verschiedenen Stadtviertel und lässt keine Shopping-Wünsche offen. Dabei kann man sich nördlich oder südlich davon, den kulinarischen Highlights der Stadt widmen und sich an einem der vielen Plazas (Plätze) vom Stadttrubel erholen. Es hat nämlich ganz schön viele Menschen hier. Aber auch einige tolle Plätze mit viel Geschichte - für diejenigen die sich für spanische Eroberer und Co. interessieren.

 

Die Madrilener sind ein offenes und sympathisches Volk, wobei die Bedienungen in den Bars und Restaurants meist ein wenig gestresst und desinteressiert wirkten. Das wird dann aber wieder vom älteren Herrn wettgemacht, der uns im Park seine Hilfe anbietet, als wir grad in die Stadtkarte vertieft waren. Oder von der schicken Dame, die uns fragte ob sie ein Foto von uns machen soll, als wir uns soeben für ein gemeinsames Selfie hingestellt hatten.

 

Wir haben uns die ganzen fünf Tage von Tapas, den kleinen Appetithäppchen,  ernährt. Hatten wir doch dieses Mal Ivan's Mutter, eine stolze Spanierin, dabei, die uns grosszügig durch Madrid's Spezialitäten-Küche führte. Im Tapas-Himmel frönten wir den Calamares (Tintenfischringe frittiert), den Callos (Kutteln - naja...), der Sopa de Ajo (Knoblauchsuppe), Pimientos de Padrón (Paprikaschoten in Olivenöl gebraten), Jamón Serrano (Schinken) und vielem mehr.

 

Hach, einfach herrlich war's - und das Ganze bei einem Glas Vino tinto (Rotwein), was will man mehr!?

 

 

Sonntags-Programm Stadtpark

Was mich am meisten beeindruckt hat? Die frische, klare Luft dieser Stadt. Stand man eben noch mitten im Grossstadt-Trubel, wird es plötzlich grün, duftet nach Blumen und die Vögel zwitschern über den Köpfen. Man findet hier Rosengärten, Buchmärkte, kleine Kioskstände, plätschernde Brunnen und kleine Seen die zum Bötchen fahren verlocken. Jogger und andere Sportbegeisterte ziehen gemeinsam plaudernd und lachend an dir vorbei.

 

Madrid bietet erstaunlich viele Parkanlagen im Gross - und Kleinformat. Vielleicht kommt daher auch die auffällig frische Luft. Im Parque de El Retiro haben wir fast den halben Sonntag verbracht. Die Madrilener machen sich hier für die Woche fit. In Gruppen rennen sie unter lauten Motivationsrufen durch die Wiesen und machen immer mal wieder an den zahlreichen Sportgeräten Halt, wo dann einer nach dem anderen ran muss - unter motivierendem Applaus natürlich. Aber auch Inlineskate-Kurse haben wir viele gesehen. Den Kleinen und Grossen wird hier das skaten beigebracht und mit Hütchen-Parcours geübt. Velofahrer zischen vorbei und Jogger bilden Trainingsgruppen. Ich habe Menschen am Boden liegend gesehen, damit die Kumpels drüberhüpfen konnten...Witzig die Madrilener...Aber sehr clever und motivierend gemacht - fast hätte ich Lust bekommen mitzumachen. (Aber nur fast)

 

 

Madrid ist eine lebendige, lebensfrohe Stadt mit vielen unterschiedlichen Stadtvierteln, die dir alle ein anderes Gefühl vermitteln. Multikulti mit vielen Bars und Cafés treffen sich hier Tourist als auch Einheimischer zum gemeinsamen plaudern, trinken und essen. Bis lange in die Nacht zelebriert man hier das "buena vida" - das gute Leben.

Der fast immer stahlblaue Himmel und die Wärme der Sonne lässt einen fast vergessen, dass das Meer nicht um die Ecke liegt. Trotz kurzen Nächten, die wir, zumindest akustisch, am Nachtleben Madrid's dabei waren, haben wir immer wieder Platz zur Erholung gefunden.

 

Gracias Madrid!


Du kennst Madrid? Hast du auch deine Nightlife-Erfahrungen gemacht? Erzähl mir davon - ich freue mich über deinen Kommentar!

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Kommentare: 6
  • #1

    NADJA (Sonntag, 18 Juni 2017 21:16)

    Liebe Nicole, ich habe dein madrid-blog gelesen. Es hat mir sehr gefallen. Nun möchte ich Madrid auch sehen.

  • #2

    ndemi (Montag, 19 Juni 2017 10:06)

    what a wonderful city!

  • #3

    Doris Stieger (Montag, 19 Juni 2017 19:53)

    Hallo Nicole, wieder ein lebhafter Bericht. Danke dir. Ich kenne Madrid noch nicht, bin aber gespannt wegen der Nachtruhe und freue mich nebst der lebhaften Stadt vorallem auf die Tapas und den Sangria. Super schöne Fotos hast du wieder "gepostet ". Liebe Grüsse ���

  • #4

    lieblingszeit. (Montag, 19 Juni 2017 20:59)

    @ Nadja: Vielen Dank! Ich kann dir eine Reise nach Madrid empfehlen - dort wirst du im Tapas-Himmel sein! :-)
    @ ndemi: Yes, it is! Go there and tell me how you like it!
    @ Doris: Danke dir herzlich! Dann konnte ich dir Madrid schmackhaft machen? Du würdest eine Reise nicht bereuen - ich gebe es zu, die Tapas geben den Ausschlag! :-)

  • #5

    Monica (Dienstag, 11 Juli 2017 22:06)

    Danke für den tollen Bericht! Ich liebe Deine Fotos und Dein Schreibstiel!

  • #6

    lieblingszeit. (Sonntag, 16 Juli 2017 16:53)

    Danke liebe Monica! :-)
    Das macht mich stolz!
    Ganz liebe Grüsse
    Nicole